*Right on!

Unbenannt (347)

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*Ach, wie süß!

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Awwww, wie traurig und herzzerreißend. Jetzt wird auch noch ein kleines Frühchen auf Tabakware abgebildet, um dem Konsumenten daran zu erinnern, wie sehr er der Umwelt schadet. Wollen die einen verarschen? Da bleibt mir glatt die Scheiße im Hals stecken, mehr nicht. Und was das kostet. „Wenn Sie rauchen, schaden Sie Ihren Kindern, Ihrer Familie, Ihren Freunden“. Wirklich? Es ist so witzlos.

Ähnlich amüsant ist der Kerl, der in Embryohaltung zusammengekauert auf einem weißen Laken liegt. Das Rauchen machte ihn impotent. Soll er doch froh sein!? Damit hat er sich viel Geld und viele kaputte Nerven gespart, der gute Mann. Ärgerlich an den bunten Bildchen ist die grafische Reduzierung der jeweiligen Markenzeichen. Schon immer haben mich die verschiedenen Designs von Zigarettenmarken begeistert, vor allem die alte blaue Verpackung der Gitanes Filtre, die übrigens auch nicht mehr so schmecken wie noch vor einigen Jahren.

Wie auch immer. Gleich werde ich mir eine Zigarette anzünden. Dabei schade ich weder meinem Kind (habe keines, möchte keines), meiner Familie (wohnt weit weg), noch meinen Freunden (rauchen selbst). Nur mir selbst. Wen juckt’s.

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Gut zu wissen! Foto (c)2017: Mäck

*Die lange Nacht der hitzigen Gemüter: KALLEs Eskalationsstream

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KALLEs Livestream vom Donnerstag, den 12.Oktober 2017, begann eher ruhig und schwerfällig. Zu Gast hatte er den wortgewandten Reverend, Liebhaber und Kenner hübscher Cannabisblüten, Begründer der Zeugen Sativas und Verfechter der Legalisierung der Heilpflanze Cannabis, der den Stream schnell in die eigenen Hände nahm und das goldene Zepter der Unterhaltung schwang. KALLE an seiner Seite wirkte deplatziert, in Gedanken versunken, wortkarg und mürrisch, was wohl daran lag, daß sich seine kokette  Ex-Freundin Ronja für den nächsten Tag ankündigte. Das war das erste Anzeichen, daß hier nicht nur gekifft wurde – wahrscheinlich das einschläfernde Indica -, sondern das auch der Teufel Alkohol mal wieder Einfluss auf seine gedrückte Stimmung nahm. Man konnte davon ausgehen, daß der Stream, der um 21 Uhr auf Twitch startete, spätestens gegen Mitternacht zu einem matschigen Ende kommen würde. Wenn nicht Mr.Fumufumu zur gleichen Zeit gestreamt hätte.

Fumufumu verloste eine Janebox, die jeder gewinnen konnte, der dem Cannabis-Buddha Geld gespendet hatte. Als Gewinner wurde ausgerechnet jemand gezogen, der sich Kalle nannte. Man stutzte: KALLE gewinnt bei Mr.Fumufumu? Tatsächlich spendete er ihm am 2.Oktober €1,23,  im Suff, und schickte einen lockeren Gruß hinterher. Gewitzte Teilnehmer aus Fumus Livechat switchten sogleich rüber und machten KALLE über den Gewinn aufmerksam. Sofort erwachten Kalles erschlaffte Lebensgeister, seine Aufmerksamkeit war plötzlich scharf wie ein Messer. Er hämmerte ein paar Sätze in Fumus Livechat, die aber sofort gelöscht wurden. Fumu kam ins Schwitzen. Zuerst zögerte er, dann annullierte er den Gewinner und  zog einen anderen. Diese nicht ganz saubere Aktion entschuldigte er damit, daß es sich hierbei um einen Fake-KALLE handelt und dieser somit von der Verlosung ausgeschlossen werden muß. Außerdem wurden nur Spender des heutigen Tages berücksichtigt. Wen interessiert denn, wer zehn Tage zuvor gespendet hat? Somit war Polen offen.

Diese von Mr.Fumufumu nicht durchdachte Aktion brachte KALLE, der in dieser Nacht an die neun Flaschen Bier trank, in Rage. Als Dutzende von aufgebrachten Personen in Fumus Livechat ihren Unmut zum Ausdruck brachten („KALLE ist der Gewinner!!!“, „Fumu ist ein Betrüger!!!“), brach der dicke Gönner seinen Stream rasch ab. Bevor er sich wegklickte, versuchte er noch, diese für ihn brenzlige Situation wegzulächeln, aber für einen kurzen Moment kam auch seine dunkle Seite zum Vorschein: „Ich kann auf den Livechat eingehen – ich kann es aber auch lassen. Hier geht es nicht demokratisch zu, Freunde, sondern hier wird nach meinen Spielregeln gespielt. Das ist eine Diktatur!“ WOW! WHAT THE FACK!? ALTER! Das saß. Erinnerungen an Hermann Göring wurden wach, der beleibte und morphiumsüchtige Chef der Naziluftwaffe, dem das Zitat  „Wer Jude ist, bestimme ich!“ nachgesagt wird. In diesem Fall war es Mr.Fumufumu, der eiskalt den Gewinner bestimmte.

KALLE ließ seinem unbändigen Zorn freien Lauf. Auch der Reverend kommentierte die Unrechtmäßigkeit von Fumus eigenmächtigen Handeln und giftete treffend: „Heute hat Mr.Fumufumu sich selbst abgeschossen“. Aber er sah auch, daß diese Aktion es nicht wert war, über viele Stunden hinweg aufgebläht und diskutiert zu werden. Mehrmals versuchte er vorsichtig, Kalles Höllentanz zu bremsen und in andere Bahnen zu lenken, was sich natürlich als unmöglich herausstellte. Kalles Fesseln waren gelöst, die Geister des Feuers, die normalerweise in Seen glühender Lava in den Tiefen seiner Seele hausten, waren befreit. Der Reverend erkannte, daß es wohl besser ist, sie tanzen zu lassen. Nun war es KALLE, der sich in endlose Hasstiraden – mal berechtigt, mal übertrieben – verstrickte, gegen alles und jeden wetterte und seine gelöste Zunge nicht mehr bremsen konnte. Der Reverend wirkte leicht traumatisiert und lenkte sich mit dem ab, was ihm am liebsten ist – mit dem weiblichen Publikum in Kalles Livechat, also liebestolle und willige Cannabisblüten.

Im weiteren Verlauf dieser hitzigen Nacht schoss sich der benebelte KALLE auf den Livechat eines anderen Drogen-YouTubers ein, wo sich kurz zuvor Mr.Fumufumu zu erkennen gab. Anhänger von Fumu gifteten gegen das Lager von Kalle und umgekehrt. Personen wurden im Chat beleidigt, gelöscht, gebannt und von der Gegenseite wieder hinzugefügt. Vor allem war es Print, ein junger und gewiefter Bursche aus München mit bemerkenswerten Drogenerfahrungen und krimineller Vergangenheit, der KALLE die Stange hielt und ihn verteidigte, sowie der knapp 18jährige Vloggi, der ebenfalls in Bayern wohnt und Kalles Streams regelmäßig anschaut. Die wilde und chaotische Nacht erreichte ihren Höhepunkt, als KALLE seinen Stream gegen zwanzig vor drei Uhr morgens beendete. Die Geister des Zorns zogen sich von der überhitzten und spannungsgeladenen Tanzfläche zurück und verstummten. Teilweise erreichte er in dieser Nacht fast die doppelte Menge an Zuschauer, um die 90, die teilweise amüsiert, teilweise ratlos dieses bühnenreife Schauspiel über Stunden hinweg verfolgten und kommentierten.

Die nächtliche Schlacht hatte keiner von beiden gewonnen. Man kann davon ausgehen, das dies auch nicht der letzte Schlagabtausch der beiden Kiffbrüder KALLE und Mr.Fumufumu gewesen sein wird. Im weiteren Verlauf wird sich KALLE wohl für den einen oder anderen Kommentar entschuldigen. Mr.Fumufumu wird sich wieder in meditatives Schweigen hüllen und die Sache auf sich beruhen lassen, was in einer solchen Situation keine unkluge Entscheidung ist. Dann reicht man sich vorsichtig die Hände, alles ist vergeben und vergessen. Let there be love. Bis zum nächsten Mal. Wann heiraten die beiden endlich?

OLYMPUS DIGITAL CAMERAQuelle der Screenshots: Twitch-Kanal „Late-Night-Kalle“

*Rillenlauscher #17: John Coltranes „THE OLATUNJU CONCERT: THE LAST LIVE RECORDING“ (1967, 2001)

tumblr_o30et5wEEZ1so28u7o1_1280Einen explosiveren Abschluss im Oeuvre Coltranes könnte es nicht geben. Wie gut, daß das vorletzte Konzert, das der Maestro gab, aufgezeichnet wurde. Am 23.April 1967 spielten er und seine Mitstreiter Pharoah Sanders (Tenor-Sax), Alice Coltrane (Klavier), Jimmy Garrison (Bass) und Rashied Ali (Schlagzeug), sowie zwei Percussionisten, im neu eröffneten Olatunji Center of African Culture in New York und ließen die Wände wackeln und den Boden erbeben. Ein Feuerwerk an lauten Klängen und hektischen Geräuschen, das beim ersten Mal Hören natürlich Schwierigkeiten bereitet – wie quasi alle Tonaufnahmen, die zu ‚Tranes letzter Schaffensperiode zählen.

Das Konzert, das von Pianist Billy Taylor angesagt wird („…One of the most remarkable forces in jazz!“), startet mit Ogunde, einem Stück, das wenige Monate später auf ‚Tranes letzter Platte „Expression“, die er noch autorisierte und kurz nach seinem Tode herauskam, zu hören war. Auf Wikipedia ist folgendes zu lesen: Der hier gespielte Titel hat mit der impressionistischen Version auf dem Studioalbum Expression wenig gemein; während die Studio-Version gerade einmal dreieinhalb Minuten dauerte, dehnten Coltrane und seine Mitspieler das improvisierte Spiel auf fast eine halbe Stunde aus, mit langen solistischen Abschnitten voll berstender Intensität. Ogunde basiert auf dem Folksong Ogunde Varere; Coltrane kannte das Stück vom Arrangement des Komponisten Francisco Ernani Braga. Braga übersetzte den Titel mit Prayer of the Gods und beschrieb ihn als einen Negro Spiritual in afrikanischem Dialekt.

John Coltrane spielte ein erstes Solo und übergab dann an den Saxophonisten Pharoah Sanders; dieser spielte seine in den höchsten Registern schreienden Töne, immer wieder durchsetzt mit kurzen Melodie-Abschnitten, und schaffte so ein hohes Level an Intensität. Alice Coltrane folgte mit einer „Salve aus Sechzehntel-Noten“ (Wild), bevor sie wieder die Melodie des Stücks zu Gehör brachte. Coltrane kehrte dann mit seinem solistischen Spiel zurück, um die Extreme des Saxophonspiels auszuloten. My Favourite Things, das zweite Stück des Konzertes, war ein Klassiker Coltranes seit dem gleichnamigen Atlantic-Album von 1961. Nach Ansicht David Wilds ist diese letzte Version des Broadway-Klassikers My Favourite Things „Lichtjahre entfernt vom Ursprung des Stücks“. Es begann mit einem längeren, düsteren Bass-Solo von Jimmy Garrison, das „wie die Ruhe vor dem Sturm“ sei, schrieb David Wild in den liner notes. „Coltrane beginnt auf dem Sopran, nasal, eckig. Fetzen des Themas werden nur kurz angespielt. Sanders baut ein Solo aus Klangfragmenten auf, bevor Coltrane wieder übernimmt und zum Schluss mit Sanders zusammenspielt.“

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Foto (c)3.Oktober 2017: Mäck

Das Konzert wurde auf Bitten Coltranes aufgezeichnet. Die Tonaufnahme lässt erkennen, daß hier spontan agiert wurde. Teilweise ist sie übersteuert, und irgendwann fällt kurz der rechte Kanal aus. Doch dies sind nur kleine Schönheitsfehler, die nicht weiter relevant sind. Es ist ein Glück, daß diese Aufnahme überhaupt zustande kam. Coltranes letztes Aufbäumen – auf den unbändigen Krach folgte ewige Ruhe. John Coltrane starb drei Monate später an Leberkrebs.

 

„The Olatunji Concert – The Last Live Recording“ erschien erstmals im Herbst 2001 auf ‚Tranes altem Laben „Impulse!“. Das Plattencover ist dem Originalplakat, das für das Konzert im April 1967 Werbung machte, nachempfunden. Die CD hat eine Länge von 63 Minuten. Zwei Jazzkritiker schrieben, daß das Olatunji-Konzert ein „wilder, ungestümer Auftritt, stark dominiert durch Pharoah Sanders, ist, der dabei sei, den Mantel seines Freundes abzuschütteln“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

*Weltmädchentag

Öha, heute ist Weltmädchentag. Na, da werden sich ja vor allem Mädchen in Thailand, Indien und auf den Philippinen freuen. Da gibt es sicher drei Freier extra nach Dienstschluß.
Weltmädchentag. Sicher wieder so ein Auswuchs des Feminismus. Wobei dieser ja nur erfunden wurde, um auch mal hässlichen Frauen eine Chance zu geben. Vielleicht steckt da aber auch die Modebranche dahinter, die unbedingt diese todunschicken Frauenanzüge an den Mann… an die Frau bringen wollte.
Ich selbst bin Feminist durch und durch. Auch ich kann weder richtig kochen noch putzen. Und lutsche gerne Schwänze. Ja, ich gehe mit der Zeit.
Sei’s drum. Leben eigentlich Lucilectric noch?

*Der Herr Kottnik

Es ist nicht unbedingt meine Lieblings-TV-Produktion, in der Walter Sedlmayr mitwirkte – übrigens seine erste Hauptrolle in einer Fernsehserie -, unter anderem, weil seine Schauspielerkollegin Margot Trooger unfassbar nervt, aber letztes Wochenende schnitt ich alle 13 Folgen zu einem zweistündigen Clip zusammen. Zwei Stunden kann man sich das durchaus mal geben.

Als nächstes steht dann eine Zusammenfassung der Serie „Vater Seidl Und Sein Sohn“ an. Vom Unterhaltungswert her weitaus interessanter als die doch eher etwas verschachtelte Produktion „Der Herr Kottnik“.