Unbenannt (347)

 Mäcks Biografie und ausgewählte Texte

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 Mäcks investigativer Bericht „Der Mordfall Walter Sedlmayr – Eine Zusammenfassung der Ereignisse (2006, 2016)

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*Frage und Antwort (1)

Könnte ich jemanden aus der Vergangenheit, Gegenwart oder der Zukunft treffen, würde ich …

…mit größtem Interesse Adolf Hitler im April 1945 interviewen, kurz vor seinem Ende. Ein abendfüllendes Interview im Berliner „Bunker“. Das daraus resultierende Buch wäre ein Millionenbestseller und würde sich selbst 60 Jahre später blendent verkaufen. Hitler verkauft sich immer. Er und Hello Kitty.

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20.April 2017: Blitzkrieg-Bob tanzt den Adolf Hitler in Dorfdisko.

*SHITLOVER – Zuschauermeinungen

Tja, auch das größte Meisterwerk in der Filmgeschichte läuft nicht ewig im Kino… Ab jetzt ist dieses Machwerk nur noch einem erlesenen Kreis vorbehalten – es sei denn, irgendein spitzfindiger Druide hat ihn gedownloaded und verbreitet Shitlover unerlaubterweise im Netz. Das wird dann aber unter Umständen etwas teuer. Alles schon vorbereitet. Neue Einnahmequelle.

Unten stehend einige Meinungen von Menschen, die einen ziemlich guten Geschmack haben. Danke dafür. Friede und Liebe. ❤

 

denn- Shitmoviefacebook

*Mäcks persönlicher Jahresrückblick

11Eigentlich könnte ich mein persönliches Jahr 2017 als Das Jahr Der Scheiße bezeichnen – zuerst der entsprechende Meisterbrief, dann die Krönung zum König der Kackhaufen, und dann noch der preisverdächtige Film Shitlover. Alles lief wie geplant, vor allem die Reaktionen der Hater waren amüsant und wirklich spitzenmäßig, auch wenn diese weitestgehend vorhersehbar waren. Tropsdem war es geil. Heutzutage ist es fast unmöglich, mit irgendwelchen Handlungen Provokation und Aufsehen zu erregen; vieles ist längst dagewesen und lockt niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Es sei denn, man spielt in aller Öffentlichkeit mit Scheiße. Auch, wenn es vielleicht sogar mehr Schein als Sein ist. Wie auch immer. Es irritiert und stößt ab. Ich habe alles richtig gemacht.

Aber nicht alles war kacke. Ich verliebte mich in den schönsten Boy auf Erden, entdeckte sogenannte Drogen-YouTuber und die „Sekte“ Die Zeugen Sativas, die sich allesamt für die Legalisierung von Cannabis einsetzen. Ich bin auch für die Freigabe, obwohl ich selbst eher chemischen Substanzen zugeneigt bin. Aber alleine der herrliche Duft von Gras ist Grund genug, die harmlose Heilpflanze endlich als legal einzustufen. Die entsprechende Petition habe ich im Oktober unterschrieben. Aber bei einer planlosen Drogenbeauftragten, die mich persönlich an eine sumpfkuhartige Schrumpel-Unke erinnert, ist das noch ein weiter Weg.

Ein großer DANK geht raus an diejenigen, die mich 2017 privat sehr unterstützt haben, vor allem Natasha und Marcel, sowie an drei großartige Frauen aus meiner engsten Verwandtschaft, die ich hier namentlich nicht erwähnen möchte. Ja, eine gewisse Privatsphäre behalte auch ich mir vor. Außerdem sei Alexandra, Frl.Wunder, KALLE, Stoner, das Orakel und der Reverend erwähnt, sowie Chris, Danilo, Felix, Nicolas Pl, Viliam und der herzallerliebste Sofian. LET THERE BE LOVE!

Ein großes FUCK YOU! geht raus an einen versoffenen Geschäftsführer aus Nürnberg, der in München seit über 10 Jahren ein jämmerliches und ausbeuterisches Büro in München betreibt, sowie an die oberste Firmenleitung einer französischen „Assistance“, die ihre deutsche Filiale hier in München hat. Fickt Euch alle ins Knie oder geht Euch erhängen. Würde mich ungemein freuen. Aber bitte teilt mir das vorher mit, so dass ich mit größter Befriedigung anschließend auf Eure räudigen Gräber pissen kann.

2018 möchte ich mich intensiver meinen Real-Life-Reports widmen. Mehr Ernsthaftigkeit, mehr Klartext, weniger Scheiße. Vielleicht auch mal wieder mehr Drogen, wer weiß. (Natürlich nur theoretisch, ist klar.) Es ist doch so schön, wenn es kunterbunt und zugedröhnt zugeht. Und meine Rubrik „Rillenlauscher“ könnte sich auch noch etwas ausdehnen und erweitern. Oh ja! Wenn das Jahr 2017 das Jahr der Scheiße war, wird das nächste das Jahr der Chemie.

Ich bin der musikspritzende Chemiemann. Goo-Goo-Goo-Joob!

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Chronik04

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*Home, sweet home

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Anscheinend schneit es heute überall in Deutschland. Ein verschneiter Sonntagnachmittag am 2.Advent. Friede, Freude, Tralala. Wie kann man bloß in seiner Freizeit in dieses kalte Pisswetter rausgehen; auf Facebook und anderswo posten Menschen ihre Bemühungen, auf Schlitten oder beim Bau von verkrüppelten Schneemännern Fröhlichkeit und Zufriedenheit auszustrahlen. Erwachsene Menschen! Pfui deibel. Am Freitag Abend war ich zu einer Weihnachtsfeier eingeladen, aber ich brachte es einfach nicht fertig, aus meinem behaglichen Bett zu steigen. Hier muß man wissen, daß mein Bett nicht nur Schlafstätte ist, sondern gleichzeitig auch Arbeitsplatz, Lese- und Musikecke, sowie Hotbox. Also quasi Schalt- und Waltzentrale meines Lebens, das Kanzleramt und Führerhauptquartier meiner Ein-Mann-Regierung. Selbst der Gang über den Flur zum Badezimmer fällt schwer und ist mir unlieb. Dabei ist es so, daß man, je älter man wird, nicht nur konservativer wird (ich mag keine schwule Paare, ich mag keine Flüchtlinge, ich mag keine Mohammedaner, ich mag keine Kinder, ich mag kein Kleingeld, ich mag keine U-Bahnen, ich mag keine Großstädte, ich mag kein Landleben, ich mag keinen Lärm, ich mag keine Stille, ich mag keine Menschen), sondern auch immer öfter pissen muß. Entsprechend oft laufe ich eben über diesen Flur. Warum, warum nur ist das so?

Wenn es mich doch mal aus dem Bett verschlägt, sitze ich neuerdings gerne im Flur, halte eine John-Coltrane-Platte in der Hand und warte darauf, daß jemand vorbeikommt, um sie mit mir anzuhören. „Blue Train“ ist ein Wahnsinnsalbum, das ich bald in meiner Serie „Rillenlauscher“ unbedingt vorstellen muß. Aber irgendwie kommt niemand. Irgendwie traurig. Aber irgendwie auch gut so. Ich schaue gerade auf die Uhr. Kurz nach vier. Zeit, um pissen zu gehen. Verdammt.

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Wer will, wer hat noch nicht? Selbst Lulu wendet sich ab. Foto (c)10.12.2017: Mäck

*Rillenlauscher #24: The Rolling Stones‘ „Get Yer Ya-Ya’s Out!“ (1970)

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Es gibt Liveplatten der Stones, die funktionieren irgendwie nicht. Ich habe die 82er Scheibe „Still Life (The Rolling Stones In Concert)“ als Alptraum in Erinnerung. Als blutleeres und antriebsloses Tondokument, das selbst als Souvenier unbrauchbar ist. Dann wieder gibt es Livealben, die richtig Spaß machen, so zum Beispiel „Love You Live“ (1977) oder „Shine A Light“ (2008). Und dann gibt es das übergalaktische und sensationelle Monsterwerk „Get Yer Ya-Ya’s Out“, im November 1969 konserviert und wenige Monate später auf den Markt gebracht. Es sollte die letzte Veröffentlichung bei DECCA Records sein, der so sehr verhassten Plattenfirma, bei denen die Stones 1963 ihren Vertrag unterschrieben hatten.

Das Jahr 1969 war allentscheidend für die Band. Mit der Single „Jumpin‘ Jack Flash“ und dem Studioalbum „Beggar’s Banquet“, Ende ’68 erschienen, gelang ihnen ein glanzvolles Comeback, nachdem ihr Ausflug in die tröge Hippielandschaft ein Jahr zuvor sich als fauler Zauber entpuppte. Am Erfolg von „Banquet“ musste angeknüpft werden. Im Juni trennte man sich von Stones-Gründer Brian Jones, der schon seit längerem sein permanentes Desinteresse zur Schau stellte, in dem er Studiosessions boykottierte und einfach nicht mehr bei der Sache war. Ihn durch den blutjungen und scheuen Mick Taylor zu ersetzen, erwies sich schnell als die richtige Entscheidung. Sein Gitarrenspiel war grandios und passte perfekt in die neue Metamorphose der Band, das er auf der neuen Single „Honky Tonk Women“, im Juli erschienen, unter Beweis stellte. Anschließend stellte man die Arbeiten des Studioalbums „Let It Bleed“ fertig, das am 5.Dezember schließlich auf den Markt kam und mit den Songs ‚Gimme Shelter‘, ‚Midnight Rambler‘, ‚Love In Vain‘ und ‚You Can’t Always Get What You Want‘ der Fachwelt ganz klar zeigte, wer hier der Chef im Rock’n’Roll-Ring war. Die Stones hatten alles richtig gemacht.

Kurz vor Veröffentlichung von „Let It Bleed“ ging man dann auch endlich wieder auf Amerika-Tournee (die letzte Konzertreise fand Anfang 1967 statt). Die Batterien waren neu aufgeladen, das Gitarrengespann Richard-Taylor bestens geölt und mit Mick Jagger als zuckender Oberbeelzebub vorne am Bühnenrand präsentierte man vorwiegend die neuesten Kompositionen. Die Aufnahmen zum Album fanden am 26.November in Baltimore und am 27.und 28.November im New Yorker Madison Square Garden statt. Im Februar 1970 wurden in den Londoner Olympic Studios sämtliche Gesangseinlagen von Jagger nachträglich neu eingespielt und einige Gitarrenlicks bei ‚Stray Cat Blues‘ und ‚Love In Vain‘ ausgebessert. Angenehm: bei den Abmischungen setzte man Jaggers Gesang dezent in den Hintergrund, das allgemeine Klangbild ist wohlbalanciert. Das Bild auf dem Cover zeigt Drummer Charlie Watts in ungewohnt ausgelassener Pose, die Coverrückseite, bestehend aus Livefotos der Tournee, knipste David Bailey.

Als die Liveplatte am 4.September 1970 erschien, heimste sie sich verdientermaßen ausschließlich Lorbeeren ein. Musikkritiker Lester Bangs schrieb im Magazin Rolling Stone: „Ich habe keinen Zweifel, daß dies das beste Rockkonzert ist, das je auf Platte gepresst wurde“. Ich glaube, er hat recht. „Ya-Ya’s“ erreichte Platz 1 in den englischen, und Platz 6 in den amerikanischen Charts. Eigentlich plante Jagger, aus den Livebändern ein Doppelalbum zusammenzustellen, mit den Voracts Ike und Tina Turner sowie B.B.King, doch DECCA wollte von dieser Idee nichts wissen. Am 27.November 2009 schließlich erschien eine äußerst liebreizende 3er CD-Box mit DVD, die auch die Supportacts berücksichtigte. Außerdem vertreten waren fünf Songs der Stones, die es 1970 nicht auf das Original-Album schafften.

Ich selbst kenne die Platte bereits 30 lange Jahre – und sie wurde und wird immer wieder gerne von mir hervorgekramt und gefeiert. Ein Tondokument, das fast 50(!) Jahre auf dem Buckel hat, und doch von seiner Schönheit, Intensität und Schärfe nie etwas einbüßen musste. Ein ganz großes Werk.

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„Paint it, black, you devil!“ – der Klassiker „Get Yer Ya-Ya’s Out!“ als CD- und DVD-Box. Foto (c)9.12.2017: Mäck